Andre Bartetzki
autoaktives Klangfeld:
Die Klänge und klanglichen Entwicklungen der Installation sind nicht starr festgelegt, sondern entstehen durch Überlagerungen verschiedenster, weitgehend zufälliger Prozesse. Das Klangfeld verändert sich auf diese Weise selbständig - aber nicht interaktiv, das heißt, als Besucher kann man diese Abläufe nicht beeinflussen.
akustische Kaskade:
Kaskaden, stufig abfallende Wasserspiele, sind in Gartenanlagen häufig anzutreffendes Gestaltungselement, sowohl in barocken französischen Gärten als auch in englischen Landschaftsgärten. Das Klangfeld folgt in einer Linie aus 8 Lautsprechern dem abfallenden (je nach Perspektive auch ansteigenden) Verlauf des Weges. Einige der inneren Prozesse des Klangfelds bewirken ein langsames An- oder Absteigen der Tonhöhen und Lautstärken, das sich allerdings über Minuten erstrecken kann und also etwas Zeit erfordert, um erfahren zu werden.
algorithmische Kreaturen:
Die Klänge enstehen ohne Ausnahme mit Hilfe eines Computers, basieren also nicht auf etwa vorher aufgenommenem Material.
Jedem der Lautsprecher, an je einem Baum, sind eigene Prozesse zugeordnet, jeder Lautsprecher zeigt also ein individuelle Klangverhalten. Dennoch sind alle 8 "Individuen" in globalere Prozesse eingebunden und verändern sich, von gelegentlichen Ausbrüchen abgesehen, auch gemeinsam. Darüberhinaus gibt es andere Klänge und Strukturen, die sich frei über alle Lautsprecher hinweg bewegen können.
auditive Kontemplation:
Englische Gärten werden auch als begehbare Landschaftsgemälde bezeichnet: mit einer natürlich wirkenden Gestaltung und Bepflanzung, mit überraschenden Perspektiven und quasi beiläufig zu entdeckenden aber gezielt platzierten Elementen, wie Skulpturen, kleine Bauten u.a.
Gelegentlich ergänzen sich dem aufmerksamen Beobachter diese vorwiegend visuellen Aspekte auch durch akustische: etwa Rauschen oder Plätschern von Wasser, das Brechen eines Zweiges, Vogelstimmen oder Straßengeräusche aus der Ferne. Mein Klangfeld versucht, die visuelle und auditive Landschaftswahrnehmung zu verbinden
Andre Bartetzki
Berufsausbildung und Arbeit als Tontechniker in den Rundfunkstudios der ehemaligen DDR.
1987-1993 Tonmeisterstudium an der Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin.
Dort Gründung und Leitung des Studios für elektroakustische Musik bis 2002.
1999-2004 Dozent und technischer Leiter im elektroakustischen Studio der Musikhochschule "Franz Liszt" sowie Lehrauftrag an der Bauhaus-Universität in Weimar.
Seit Ende 2009 Leitung des Elektronischen Studios der TU-Berlin gemeinsam mit Volker Straebel.
Arbeit als Programmierer und Klangregisseur im Bereich Neue Musik, Klang- und Medienkunst. Workshops und Vorträge über elektroakustische Komposition und Programmierung weltweit.
Seit 1997 eigene künstlerische Projekte, Kompositionen, Klang- und Videoinstallationen. Gast internationaler Festivals für zeitgenössische Musik und Computermusik sowie Medienkunst. Kooperationen mit zahlreichen Musikern, Tänzern und Bildkünstlern. Stipendiat am ZKM Karlsruhe, im Künstlerhaus Ahrenshoop sowie in der Denkmalschmiede Höfgen. www.bartetzki.de
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