Schiffmühle Höfgen | Technische Schau- und Forschungsanlage
Pilotprojekt zur agrartechnischen Brauchwasserversorgung
Idee und Realität – Die Schiffmühle in Höfgen
Seit 1992 schwimmt an der vereinigten Mulde in Höfgen eine Schiffmühle als vollständiger Nachbau, inspiriert von den historischen Flussschiffmühlen Mitteleuropas. Eine interdisziplinäre Gruppe von Technikern und Experten um den Physiker Dr. Uwe Andrich griff das nahezu in Vergessenheit geratene Prinzip auf und entwickelte daraus ein autarkes, ressourcenschonendes agrartechnisches Bewässerungssystem nach modernen Erkenntnissen.
Das unterschlächtige Wellrad wird durch die Strömung der Mulde angetrieben. Über ein zweistufiges Planetengetriebewird die Drehbewegung auf 168 Umdrehungen pro Minute übersetzt und per Keilriemen auf eine dreistufige Kolbenpumpe übertragen. Diese fördert Flusswasser auf eine Anhöhe von 50 Metern zur Zisterne im Aussichtsturm, rund 350 Meter entfernt – alternativ kann die Anlage zur Stromerzeugung genutzt werden. Die Schiffmühle versorgt die historischen Wasseranlagen im Jutta-Park, darunter auch den dortigen Parkspringbrunnen.
Die Konstruktion besteht aus zwei stählernen Schwimmpontons, verbunden durch Traversen mit einer Gesamtlänge von 10 Metern. Das Hausschiff misst 6,5 m, das Wellschiff 2,5 m in der Breite. Dazwischen dreht sich das imposante Wellrad mit einem Durchmesser von 4,54 m. Es lagert in modernen Pendelwellenlagern, die hohe Drehgeschwindigkeiten sowie horizontale und vertikale Schwankungen des Schiffskörpers ausgleichen.
Die Strömungsgeschwindigkeit der Mulde schwankt je nach Wasserstand zwischen 1,3 und 2 m/s, kann bei Hochwasser jedoch auf über 8 m/s ansteigen. Die Schiffmühle hat sowohl das Jahrhunderthochwasser 2002 als auch jenes von 2012unbeschadet überstanden.
Der Rest eines alten Seitenarms der Mulde wurde zum Winterhafen ausgebaut. Die Fahrt zwischen Winter- und Sommerliegeplatz erfolgt durch elektrisch betriebene Seilwinden, die in den Schiffskörpern verbaut sind. Im Sommer wird die Schiffmühle durch vier Seile, eine massive Ankerkette und einen beweglichen Zugangssteg gesichert, der sich den Schwankungen der Pontons flexibel anpasst.
Mit der Anlage wird zudem erforscht, inwieweit das Prinzip der historischen Schiffmühlentechnik in Verbindung mit moderner Fertigungstechnologie für heutige Anforderungen – insbesondere in Entwicklungsländern – nutzbar gemacht werden kann.
Historisches – Die Schiffmühle Höfgen
Die Schiffmühle Höfgen liegt ganzjährig vor Anker – nach historischem Vorbild schwimmend auf der vereinigten Mulde. Sie verfügt über einen Sommer- und einen Winterliegeplatz. An genau dieser Stelle befand sich bis 1871 eine historische Schiffmühle, die durch einen Brand vollständig zerstört wurde.
Als der Nachbau in den 1990er Jahren geplant wurde, stand den Erbauern kein erhaltenes Original als funktionierende Vorlage zur Verfügung. Keiner der Beteiligten hatte jemals eine solche Anlage in Betrieb gesehen. Denn: Seit dem Wiener Kongress 1815 wurden Schiffmühlen auf den mitteleuropäischen Flüssen nach und nach außer Betrieb genommen – oft aus politischen, wirtschaftlichen oder navigationsbedingten Gründen.
Die letzte aktive Schiffmühle Mitteleuropas stellte 1954 in Österreich auf der Mur ihren Betrieb ein.

Entwurfszeichnung der Rekonstruktion von Kristina Bahr, basierend auf einer Idee von Uwe Andrich (1986)

Anhörung im Genehmigungsverfahren 1992

Modell der Rekonstruktion 1986

Konzeption und Planung der Rekonstruktion: Sakelarides, Andrich

Modellentwurf 1986; Wieske, Kaiser, Sakelarides

Kiellegung Werft Aken 1992

Kiellegung Werft Aken 1992

Statik und Verankerung im Hafen, Mitte: Karl Jüngel bei der Abstimmung vor Ort


Transport aus der Werft Aken, 23.12.1992



Rohbau Wasserung, 23.12.1992

Aufbauten 1993

Sommerliegeplatz ab 1993

Innenausbau ab 1993

Bordbesichtigung ab 1994

Exkursionen buchbar über die Denkmalschmiede Höfgen
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Pilotprojekt zur agrartechnischen Brauchwasserversorgung
Idee und Realität – Die Schiffmühle in Höfgen
Seit 1992 schwimmt an der vereinigten Mulde in Höfgen eine Schiffmühle als vollständiger Nachbau, inspiriert von den historischen Flussschiffmühlen Mitteleuropas. Eine interdisziplinäre Gruppe von Technikern und Experten um den Physiker Dr. Uwe Andrich griff das nahezu in Vergessenheit geratene Prinzip auf und entwickelte daraus ein autarkes, ressourcenschonendes agrartechnisches Bewässerungssystem nach modernen Erkenntnissen.
Das unterschlächtige Wellrad wird durch die Strömung der Mulde angetrieben. Über ein zweistufiges Planetengetriebewird die Drehbewegung auf 168 Umdrehungen pro Minute übersetzt und per Keilriemen auf eine dreistufige Kolbenpumpe übertragen. Diese fördert Flusswasser auf eine Anhöhe von 50 Metern zur Zisterne im Aussichtsturm, rund 350 Meter entfernt – alternativ kann die Anlage zur Stromerzeugung genutzt werden. Die Schiffmühle versorgt die historischen Wasseranlagen im Jutta-Park, darunter auch den dortigen Parkspringbrunnen.
Die Konstruktion besteht aus zwei stählernen Schwimmpontons, verbunden durch Traversen mit einer Gesamtlänge von 10 Metern. Das Hausschiff misst 6,5 m, das Wellschiff 2,5 m in der Breite. Dazwischen dreht sich das imposante Wellrad mit einem Durchmesser von 4,54 m. Es lagert in modernen Pendelwellenlagern, die hohe Drehgeschwindigkeiten sowie horizontale und vertikale Schwankungen des Schiffskörpers ausgleichen.
Die Strömungsgeschwindigkeit der Mulde schwankt je nach Wasserstand zwischen 1,3 und 2 m/s, kann bei Hochwasser jedoch auf über 8 m/s ansteigen. Die Schiffmühle hat sowohl das Jahrhunderthochwasser 2002 als auch jenes von 2012unbeschadet überstanden.
Der Rest eines alten Seitenarms der Mulde wurde zum Winterhafen ausgebaut. Die Fahrt zwischen Winter- und Sommerliegeplatz erfolgt durch elektrisch betriebene Seilwinden, die in den Schiffskörpern verbaut sind. Im Sommer wird die Schiffmühle durch vier Seile, eine massive Ankerkette und einen beweglichen Zugangssteg gesichert, der sich den Schwankungen der Pontons flexibel anpasst.
Mit der Anlage wird zudem erforscht, inwieweit das Prinzip der historischen Schiffmühlentechnik in Verbindung mit moderner Fertigungstechnologie für heutige Anforderungen – insbesondere in Entwicklungsländern – nutzbar gemacht werden kann.
Historisches – Die Schiffmühle Höfgen
Die Schiffmühle Höfgen liegt ganzjährig vor Anker – nach historischem Vorbild schwimmend auf der vereinigten Mulde. Sie verfügt über einen Sommer- und einen Winterliegeplatz. An genau dieser Stelle befand sich bis 1871 eine historische Schiffmühle, die durch einen Brand vollständig zerstört wurde.
Als der Nachbau in den 1990er Jahren geplant wurde, stand den Erbauern kein erhaltenes Original als funktionierende Vorlage zur Verfügung. Keiner der Beteiligten hatte jemals eine solche Anlage in Betrieb gesehen. Denn: Seit dem Wiener Kongress 1815 wurden Schiffmühlen auf den mitteleuropäischen Flüssen nach und nach außer Betrieb genommen – oft aus politischen, wirtschaftlichen oder navigationsbedingten Gründen.
Die letzte aktive Schiffmühle Mitteleuropas stellte 1954 in Österreich auf der Mur ihren Betrieb ein.

Entwurfszeichnung der Rekonstruktion von Kristina Bahr, basierend auf einer Idee von Uwe Andrich (1986)

Anhörung im Genehmigungsverfahren 1992

Modell der Rekonstruktion 1986

Konzeption und Planung der Rekonstruktion: Sakelarides, Andrich

Modellentwurf 1986; Wieske, Kaiser, Sakelarides

Kiellegung Werft Aken 1992

Kiellegung Werft Aken 1992

Statik und Verankerung im Hafen, Mitte: Karl Jüngel bei der Abstimmung vor Ort


Transport aus der Werft Aken, 23.12.1992



Rohbau Wasserung, 23.12.1992

Aufbauten 1993

Sommerliegeplatz ab 1993

Innenausbau ab 1993

Bordbesichtigung ab 1994

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